Corporate Learning Camp 2017 – Finale einer Lernreise #clc17 #cl2025

Nachdem wir bereits Anfang September beim Hackathon zur Erstellung eines Wikibooks über das “Lernen in Organisationen im digitalen Zeitalter” fleißig mitwirkten, besuchten wir am 28. und 29. September 2017 auch das 7. Corporate Learning Camp an der Frankfurt University of Applied Sciences. Dieses bildete gleichzeitig den Abschluss einer überaus lohnenswerten Lernreise vom cl2025-MOOC mit angeschlossenem Hackathon und war mit über 250 Teilgebern/-innen ein sehr inspirierendes Netzwerk-Treffen von Corporate Learning-Begeisterten!

Barcamp-typisch stellten sich alle Teilgeber/-innen in kurzen Schlagworten vor und anschließend wurde der leere Sessionplan diesmal mit 10(!) parallelen Tracks bestückt. Wie selbstorganisiert so etwas abläuft, konnte nur beeindrucken, denn es war ein Gänsehaut-Gefühl das große Interesse am Einreichen eigener Themen-Sessions zu sehen (bereits im Vorfeld gab es über 45 online eingereichte Vorschläge):

Wie man anhand des Sessionplans sehr gut erkennen kann, gab es bei insgesamt 79 Sessions eine große Themenvielfalt und wir mussten “professionelle” Strategien entwickeln, um die spannenden Parallel-Angebote so gut wie möglich wahrnehmen zu können:

Vom Trendkonzept des “Agilen Lernens” mit Kompetenzentwicklung über zukünftige virtuelle Lernassistenz durch KI, Learning-Rollen, praktische Formen des Video- und Community-basierten Lernens bis hin zu “Smarter Learning Environments”, Framing und modernem Arbeitsplatz-Lernen wurde ein breites Angebot geschaffen, das viel Raum für einen konstruktiven Austausch über zunehmend digitalisierte Arbeits- und Lernwelten bot.

Auffällig war aus unserer Sicht die “Flughöhe” in manchen Sessions, bei der wir uns das ein oder andere Mal doch etwas mehr praktischen Tiefgang gewünscht hätten. Bei dem sinnvollen aber zugleich strikten Zeitkontingent von 45 Minuten pro Session kann dies aber immer nur als ein wertvoller Lernimpuls verstanden werden, den man in den Wechselpausen und beim abendlichen Netzwerken und Podcasten noch geeignet erweitern konnte. Ganz nach dem Motto: Jeder, der teilnimmt ist ein Experte und jeder, der etwas einbringt, ist richtig, wurde wieder eine kreative Diskussionsatmosphäre geschaffen, die man auf klassischen Konferenzen leider bis heute vergeblich sucht.

Wie haben wir uns aktiv eingebracht?

Da bereits am ersten Tag der Session-Andrang so groß war, beschlossen wir gleich zu Beginn, unser Angebot auf den zweiten Tag zu verlagern. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Karlheinz, der aufgrund eines Terminkonflikts unsererseits die Session vormittags bei der Themenplanung für uns mit einbrachte! Unter dem Titel “Social Workplace Learning praktisch – eine Flipped-Session für Fortgeschrittene” stellten wir in einem kurzen Einstiegs-Impuls vor, was wir unter dem Konzept “Workplace Learning” und dessen Verortung nach Graf et al. 2017 verstehen – hier einmal die fünf Folien zum Nachschauen:

Download (PDF, 4.72MB)

Anschließend teilten wir alle in die drei Gruppen “Geistesblitz”, “Eselsbrücke” und “Gedankensprung” mit jeweils 3 bis 4 Teilgebern/-innen auf und stellten Ergebnisse, dokumentiert in Echtzeit, zusammen. Dabei ging es um die beiden Fragestellungen:

  • Welche Anwendungsfälle für den Einsatz von Workplace Learning seht ihr (Meetings, Projekte etc.)?
  • In welchen Lernsettings würdet ihr diese verorten (Präsenz / Online / kombiniert = Blended)?

Schnell wurden so verschiedene Erkenntnisse zusammengetragen, die nun im begleitenden Etherpad nachgeschlagen werden können. Toll war außerdem der Effekt, dass sich über das Pad von außen auch Teilgeber in die Session einklinken konnten, die nicht vor Ort waren und wertvollen Input gaben 🙂 Danke hierfür an Magnus!

Unser Lernangebot bildete letztlich die Grundlage für eine Folgesession von Elias, der mit dem Education Innovation Lab eine hilfreiche Tool- und Methodensammlung für “Agiles Lernen” als erweiterbares Wiki aufbereitet hat, das anschließend umfassend diskutiert wurde:

Unsere Kollegin Elke war ebenfalls mit dabei und erlebte zum ersten Mal live das Barcamp-Format. Ihre Eindrücke und Erfahrungswerte schildert sie uns in einem kurzen Bericht:

Schon bei der Erstellung und Organisation des Themenplans für den ersten und zweiten Tag war ich überwältigt, wie viele Teilnehmer eigene Sessions gestalten wollten und natürlich sehr neugierig, wie dieses neue Format des Lernens letztendlich aussieht und funktioniert. Hier hat sich die Aussage von Karlheinz Pape bestätigt, dass – anders als bei einer “normalen” Präsentation – die Teilnehmer sehr vielfältige und unterschiedliche Perspektiven in einem Workshop zu einem Thema zusammentragen und dadurch die gewonnenen Erkenntnisse / Impulse für einen persönlich noch mehr Gewicht haben. Hier wird gelebt, dass Menschen sehr wohl lernfähig aber nicht ‘belehrbar’ sind. Ich habe sehr viele interessante Menschen kennengelernt und mich – dank Karlheinz, der Twitter als seinen Lernbooster bezeichnet – im Netzwerk “Twitter” registriert, um weiterhin “connected” zu bleiben 😀

Unter den vielen interessanten Sessions “Lernen mit Leidenschaft”, “Professionelle Videoerstellung mit dem Smartphone”, “Performance Support”, “Selbstorganisiertes Lernen im Fokus”, “Wie produziere ich Lernvideos”, “Visualisieren und Storytelling” und “Toolbox Corporate Learning” hat mich die spannende Diskussion in der Session “Framing” moderiert von Benedikt nachhaltig beeindruckt:


“Framing” bedeutet, der Mensch kann Informationen nicht rein faktisch verarbeiten, sondern bettet sie immer in einen „Frame“ mit dem vorhandenen Wissen ein und prägt damit die Wahrnehmung der Situation.
Übertragen in den Learning-Kontext sollten wir im Hinblick auf die Zielgruppe immer bewusst darüber nachdenken, mit welchen Begriffen wir arbeiten. Denn die Zielgruppe kann die Situation je nach Haltung ganz unterschiedlich aufnehmen, das heißt wir können Reaktionen positiv lenken. Altes einfach nur neu zu benennen ist dabei nicht gefragt sondern würde die Glaubwürdigkeit beeinträchtigen.

Genauso wichtig wie die Sessions dürften aber die Gespräche in den Pausen gewesen sein. Die Frage „wie hast Du das gemacht?“ ist ein wichtiger Schritt zum „so wollen wir es künftig machen”.


 

 

Um auch audio-visuell ein wenig das Stimmungsbild des Camps einzufangen, hat Lutz  wieder ein gelungenes, kurzes Video mit Impressionen zusammengestellt (2:17 min.):

Weitere Dokumentationen zum Camp:

Natürlich wurde im Zuge des Camps in mehreren Sessions auch ein Fazit zum cl2025-MOOCathon und den nächsten Schritten gezogen, die es nun weiter zu konkretisieren gilt. Das Wikibook selbst kam bei allen Teilgebern/-innen auf jeden Fall sehr gut an und es wird sich zeigen, wie aktiv es nun in die Corporate Learning-Welt weitergetragen wird:

Die Gravity Learner bedanken sich an dieser Stelle ganz herzlich bei den Organisatoren sowie allen Teilgebenden des MOOCathons und des Camps für einen spannenden Corporate Learning-Sommer, der viel Raum und Energie für weitere Lernreisen bietet!

In diesem Sinne, stay connected,
Euer Andreas, Thomas und Marcel!

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