Fazit der Gravity Learners zur Lernreise beim MOOC #cl2025

Es ist kaum zu glauben, aber die zahlreichen Wochen des MOOC’s haben heute mit der Abschluss-Session ein vorläufiges Ende genommen. Konnte man sich zu Beginn kaum vorstellen, wie all das über mehr als 10 Wochen laufen soll, war man erstaunlich schnell in einem gemeinsamen Rhythmus. Als ersten Schritt vor der Einreichung unserer Abschlussarbeit möchten wir heute unser erstes Fazit als Gravity Learner mit Euch teilen und haben uns zum Schluss mit den 5 Leitfragen des Kernteams befasst. Zuerst haben wir uns auf dem Surface Hub an einer Sketchnote zur Visualisierung der Kernelemente jeder Woche im MOOC versucht.

Illustration mit Gesamt-MOOC-FazitSketchnote_MOOC-Fazit_Gravity-Learners

Unsere Blogsammlung

Ja, es sind einige Beiträge innerhalb der letzten Wochen zusammengekommen. Und das ist auch gut so! So hatten wir die Möglichkeit, jede Woche intern zu reflektieren und diese Erkenntnisse mit unseren Lesern/-innen zu teilen. Genau das hat uns im Team (fast) jedes Mal geholfen, Dinge besser zu verstehen und sich darüber auszutauschen. Nicht zuletzt durch die Working Out Loud (WOL)-Methode wurden wir vermehrt in den Austausch gedrängt, was in diesem Zusammenhang ausschließlich positiv gemeint ist.

Für alle, die sich einen schnellen Überblick über unsere MOOCathon-Blogbeiträge machen möchten, haben wir nochmal die folgende Übersicht zusammengestellt:

Zwischenstatus unserer Abschlussarbeit

Da nur ein Teil der Gravity Learner derzeit im Einsatz ist, haben wir bisher zunächst die ersten Überlegungen zu unserem finalen Abschlussbericht erstellen können. Diese möchten wir trotzdem heute als ersten Entwurf schon einmal mit Euch teilen und werden sie bis zum 11.08. bzw. zum Hackathon Anfang September weiter verfeinern.

Leitfragen des MOOCs


Frage 1: Was ist der aktuelle Zustand von Corporate Learning in Organisationen heute?

  • vielfältiges und facettenreiches Portfolio an Lehr-/Lernmethoden und Werkzeugen
  • insbesondere Methoden zur Change-Begleitung, wie z.B. Working Out Loud oder Design-Thinking werden zur Weiterentwicklung des Learning-Angebots verprobt
  • Vieles befindet sich aber eher in experimentellem Status ohne tiefergehende Verankerung.
  • Wandel und Umbruch wird durch Digitalisierung erkannt
  • stärkere Bedürfnisorientierung an Mitarbeitern/-innen beruhend auf Erfahrungswerten aus dem privaten Social Media-Umfeld
  • Enterprise Social Networks weitestgehend angekommen, wenn auch nicht vollends etabliert und zunehmend als Alternative zu traditionellen LMS-Systemen bei informellem Lernen und kollaborativem Austausch
  • Digitales Learning-Mindset erreicht mehr und mehr auch die Managementebene

Frage 2: Welche Schlüssel-Ereignisse der Vergangenheit haben zu diesem Zustand geführt?

  • zunehmende Verbreitung und intuitivere Nutzung von mobilen Endgeräten
  • weltweiter Siegeszug von Social Media und deren Nutzungsszenarien in allen gesellschaftlichen Bereichen
  • weiterführende Studien im E-Learning 2.0-Umfeld und zunehmender Einsatz von digitalen Medien in der Schul- und Hochschulbildung
  • Übertragung von interdisziplinären Methoden auf des Learning-Umfeld (z.B. Design Thinking)
  • Erfindung des MOOC und Entwicklung einer EduCamp- / Bildungs-Barcamp-Szene
  • Open Educational Resource (OER)-Bewegung im deutschsprachigen Raum ausgeprägt und mittlerweile auch stärker organisiert
  • Entstehung einer umfassenden Debatte über Bildung und Lernen im digitalen Zeitalter

Frage 3: Was ist unsere Vision? Wie wünschen wir uns das Corporate Learning im Jahr 2025 (möglichst konkret und bildhaft werden)?

  • Vernetztes community-basiertes Lernen und kollaborativer Austausch als etablierte Formen im Unternehmenskontext
  • Lernen und Arbeiten bedingen sich gegenseitig und sind untrennbare Bestandteile des Arbeitsalltags
  • Kognitive Lernassistenten unterstützen die täglichen Arbeits- und Weiterbildungsprozesse
  • eigenverantwortliches und selbstorganisiertes Lernen sind essentieller Bestandteil der Arbeitszeit
  • Trainer als hilfreiche Lernbegleiter und Coaches
  • Virtuelle Lernumgebungen schaffen Orientierung und Erfahrungswerte durch realitätsnahe Simulationen von Arbeitstätigkeiten (z.B. medizinische Operation am virtuellen Körper; Montage eines Maschinenteils)

Frage 4: Was ist unsere Anti-Vision? Wie soll das Corporate Learning im Jahr 2025 auf keinen Fall sein?

  • Regularien und Vorgaben zum Umgang mit Online-Werkzeugen verhindern ein eigenständiges Lernen und lösen Ängste, Unsicherheit und Demotivation bei den Kollegen/-innen aus
  • Wissensmonopole und Lernsilos behindern den Wissensaustausch
  • Roboter bestimmen das Lernpensum, geben Tempo und Quantität vor, ermahnen bei Nichterfüllung
  • Mitarbeiter werden zu gläsernen Lernern, deren Schritte in den Online-Plattformen im Detail nachvollziehbar sind

Frage 5: Welche konkreten Schritte bringen uns in den Jahren 2017-2025 zu unserer Vision? Wie vermeiden wir dabei die Anti-Vision?

  1. Infrastruktur, Bandbreite, Netzverfügbarkeit als grundlegende, essentielle Basis voranbringen
  2. Fehlerkultur etablieren und Mutanfälle für die Verprobung neuer Methoden und Werkzeuge fördern
  3. Lernen und Arbeiten als sich gegenseitig ergänzende Einheit akzeptieren und verankern
  4. Digitale, persönliche Lernumgebungen zur Unterstützung der täglichen Lerntätigkeiten etablieren und erweitern sowie neue, analoge Lernräume zum Ausbrechen aus dem Arbeitsalltag ermöglichen
  5. Offenheit dafür, Online-Werkzeuge sowohl extern zu verproben als auch intern einzusetzen
  6. Zu selbstorganisierten Lernaktivitäten ermuntern und durch kognitive Assistenten begleiten

Resümee

Was haben wir mitgenommen? Sehr viel! So viel, dass es aktuell noch schwer ist, ein abschliessendes Fazit zu ziehen. Auf jeden Fall haben wir gelernt, dass moderne Formen wie MOOCs und Barcamps in der Zukunft aus dem Learning-Bereich nicht mehr wegzudenken sind. Der MOOC hat seine Teilnehmer mit einem großen Blumenstrauß an Ideen, Methoden und Werkzeugen versorgt, welchen wir am Anfang nicht erwartet hätten. Auch sind wir nach wie vor vom großen Engagement sämtlicher Teilnehmer und der erstaunlichen Offenheit der teilnehmenden Unternehmen positiv überrascht. Es zeigt sich also, was man mit Offenheit und Transparenz erreichen kann, wenn man es als Chance und nicht als Bedrohung ansieht. Es entstehen sowohl für alle Teilgeber/-innen als auch für Unternehmen Mehrwerte, welche man ohne einen offenen Austausch sonst nicht hätte generieren können.

Quelle: Vision für 2025: Wie soll Lernen ausschauen #CL2025 pic.twitter.com/3TOkVjXfTs— Helmut_Hönsch (@GoodTransfer) 20. Juli 2017

Next steps

Und wie geht es jetzt weiter? Dazu kann man sich in der Session-Aufzeichnung vom Montag bereits ein sehr gutes Bild machen:

Weitere offene Fragen sowie erste Auswertungsergebnisse aus dem Faktencheck (Fragebogen) wurden in der Abschluss-Session am Freitag beantwortet.

Wir werden auf jeden Fall beim Hackathon und auch beim Corporate Learning Camp aktiv weiterhin mitwirken und bedanken uns bei allen aktiven Mitgestaltern/-innen dieses tollen MOOCs!

Stay connected,
Eure Gravity Learner Andreas, Marcel und Thomas

p.s. Wer der Meinung ist, er versteht unsere Illustration und die Symbole in den einzelnen Wochen, der kann gerne seine Interpretation hier im Blog als Kommentar hinterlassen. Wir freuen uns auf Eurer Feedback und Ideen zu unserer Darstellung 🙂 

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