MOOCathon #cl2025 – Runde 8 | Bosch: Die Rolle der Weiterbildung im Digitalen Wandel

Wie wandelt sich die Weiterbildung im Zuge des digitalen Wandels? Das war die zentrale Frage in der Bosch-Woche im MOOCathon (btw: Bosch hat aktuell ca. 400.000 Mitarbeiter an 1.100 Standorten). Über die Woche hinweg wurden unterschiedlichste Facetten hierzu diskutiert. Einstieg fand die Woche wie immer mit einer Live-Session, in der das Bosch-Team um Mareike Dirkschnieder, Alexander Preiss und Kollegen neben einen Überblick über die Ausgestaltung der Woche auch das Projekt “Digital Learning” mit seinen einzelnen Facetten vorstellte.

Hier wieder Thomas Notizen:

  • Projekt im Überblick:
  • Bosch setzt bereits eine Vielzahl an Möglichkeiten und Maßnahmen ein.
  • Um den Überblick zu behalten, kommt ein so genanntes “Learning-Portal zum Einsatz”
  • Bereits längere Tradition hat das Community based Learning über BOSCH Connect.
    Hierzu sei ergänzend auch der Austausch von Ellen Trude mit Joachim Niemeier aus der vegangenen Woche zu empfehlen:
  • Erste Erfahrungen werden mit Open Online Content, Virtual Classroom und Gamification gesammelt.
  • Video-Learning wird u.a. dahingehend eingesetzt, dass die Mitarbeiter die Möglichkeiten an die Hand bekommen, selbst Videos zu erzeugen und Kollegen diese auf der internen Plattform bereitstellen können (Qualitätssicherung über Likes und Aufrufzahlen).
  • Fragen / Themen im Anschluss waren:
    • es gibt keine fest eingeräumte Lernzeit (wie z.B. bei Viessmann)
    • Lernkulturen treffen durch Internationalität aufeinander
    • Mitarbeiter werden in Weiterbildung über Usability-Tests und Eva-Bögen eingebunden; aber keine dezidierte Befragung nach Wunschformaten
    • Blended Learning- und Flipped Classroom-Angebote sind bereits vorhanden
    • Qualitätssicherung generell: durch Likes aber auch durch Beteiligung von Fach- und Methoden(Didaktik)-Experten

Ablauf der Woche

Montag

Leitfrage am Montag war, wie sich die Rolle des Weiterbildners in Zeiten des digitalen Wandels ändert? Behauptung in der Montagssession: die Unterstützung der Mitarbeiter hinsichtlich der zu entwickelnden Kompetenzen nimmt an Bedeutung deutlich zu. Hierbei fiel dann auch der Rollenname “Learning Consultant” erstmals. Des Weiteren wurde im Blog anschließend diskutiert, ob der Weiterbildner hierfür selbst neue Kompetenzen benötigt.

Dienstag

Anhand einer kurzen Präsentation wurde am Dienstag das Bosch Training Center (BTC) mit Mission und Aufgaben vorgestellt. Auch auf die Rolle des Learning Consultant wurde genauer eingegangen:

Die Leitfragen am Dienstag waren: Was sind die wichtigsten Bestandteile einer Toolbox für Learning Consultants? UND: Wie können Learning Consultants selbstgesteuertes Lernen unterstützen? Auch hier folgte eine angeregte Diskussion.

Mittwoch

Dieser Tag wurde von einer informativen Livesession begleitet. Unter dem Titel “Lernen im Netzwerk” sprach Katharina Krentz über Erfahrungen zum Aufbau von Bosch-Communitys und über die Working Out Loud Bewegung bei Bosch.

Hier wieder unsere Notizen aus der Session:

  • Wie ist es zu BOSCH Connect gekommen?
    • 2012 Entscheidung zu “Digital Collaboration Software” (IBM Connections)
    • Ziel: Wissen der Mitarbeiter vernetzen
    • 1/3 wurden bisher nicht erreicht
    • Working out loud (WOL)-Einsatz zum Enabling
  • Wie ist die Funktion des Enterprise Social Networks (ESN) bisher eingebettet?
    • nicht nur ein Tool ist (noch) nicht möglich
    • neben Connections: Skype for Business, Sharepoint, Intranet, BOSCHconnect im Intranet integriert, daneben Email,
    • IBM Connect v.a. wegen Community-Komponente gewählt >> Team-Arbeit
    • (persönlicher) Ansatz: Mails werden meist mit 24h-Verzögerung beantwortet >> auf Connect so schnell wie möglich (Fragen ans Board >> Antworten auch von anderen)
  • Grundhaltung “Social Business Principles” (social nicht mit sozial sondern mit partizipativ übersetzt)
    • u.a. “Transparency as default” >> alle Informationen für alle BOSCH-Mitarbeiter offen, danach ggf. Schutzklasse 1-3 >> Basiert auf vertrauensvollem Umgang der Mitarbeiter untereinander
  • Rolle der Community Manager (CM)?
    • Erfolg von Communitys hängt nicht zuletzt von den CMs ab – die Communitys mit CM waren bislang am erfolgreichsten
    • insbesondere größere Teams profitieren von Lenkung / Führung / Kümmern
    • Rolle (Era-Profil) wurde professionalisiert (eigenes Jobprofil) >> weniger operative sondern mehr strategisch beratende Funktion (weitere Infos hier)
    • aktuell 2000 Mitarbeiter als CM getagged bei BOSCHconnect
  • Wie seid ihr zu WOL gekommen?
    • 2013 mit Ellen Trude überlegt, wie man CM ausbildet >> Ziel: Mindset muss entstehen (Bereitschaft zur Vernetzung, gute Vernetzung, Leute zusammenbringen, …), damals gab es aber noch nicht die Circle-Methode
    • 2015 erstmals getestet und gleich Potenzial als Enabler für Collaboration-Plattform entdeckt, insbesondere um Kritiker zu begeistern
    • Methode geeignet, um herauszufinden, wie mein ESN in der Firma funktioniert; lernen wie ich teile, wo ich teile und mit wem ich teile und so dass es auch Mehrwert für andere bedeutet
    • Gebrauchsanweisung, die hilft, in kleinen überschaubaren Schritten in eigener Geschwindigkeit zum vernetzten Mitarbeiter zu werden
    • Interessante Methapher von Simon Dückert: Gehirn auch nutzlos, wenn Zellen nicht miteinander verknüpft – WOL leitet an, dass Zellen sich untereinander befeuern (vom Kind zum Erwachsenen).

Donnerstag

Der Donnerstag sollte der Zukunft bzw. den Lerntrends vorbehalten sein. So orientierten sich die Leitfragen dieses Mal an Trendthemen und technischen Innovationen für die Weiterbildung.

Freitag

In der lebhaften Abschlusssession, in der sich das Projektteam intensiv mit Simon Dückert in Präsenz ausgetauscht hat (man fühlte sich per Skype wie ein stiller Lauscher einer Gesprächsrunde à la Talkshow – irgendwie anders als sonst; auch Fragen über Chat gab es zunächst nicht >> müssen ggf. bei einer Onlinerunde ALLE online sein?), haben wir uns folgende Notizen gemacht bzw. Ergebnisse mitgenommen:

  • Leitfrage: Wie verändert sich das Rollenbild des Weiterbildners?
  • Was sind die wichtigsten Bestandteile einer Toolbox für Learning Consultants?
  • Wie können Learning Consultants selbsgesteuertes Lernen unterstützen?
  • Wie eignen sich Unternehmensnetzwerke (ESN) für den Wissensaustausch und das Lernen?
  • Was treibt Mitarbeiter an, mitzumachen?
  • Was sind die Trendthemen, die auch innovativ sind? Ab wann werden dies Themen operativ relevant?

    >> Mobile Learning und Virtual Reality nicht genannt!?
  • Welche technischen Innovationen liefern einen echten Mehrwert in der betrieblichen Weiterbildung?

Unsere Learnings

WOL-Erkenntnisse

In Woche 8 wurde uns empfohlen, uns mit der Art und Weise zu beschäftigen, wie wir unsere Nachrichten schreiben und allgemein auf Leute zugehen. Die Übungen bestanden u.a. darin, sich in die Lage des Empfängers einer Nachricht zu versetzen. Einfach nur unkommentiert einen Link zu versenden wird nicht als hilfreich sondern eher als belastend wahrgenommen. Man soll auch schildern, warum dieser Link interessant ist. Ein Beispiel auch: Einladung via Xing oder LinkedIn sollte personalisiert werden. Anpassung der Nachricht und Zeit = Wertschätzung!

Am Mittwoch berichtete Katharina Krentz dann noch von ihren Anfängen mit der WOL-Methode (s. oben). Ihre Begeisterung bereits nach der 3. Woche können wir nur teilen. Eine leichtere Gebrauchsanweisung zur Vernetzung gibt es nicht, die hilft den Sinn und Zweck des eigenen ESN zu verinnerlichen – und das intrinsisch motiviert!

MOOC-Erkenntnisse

Was uns in dieser Woche ganz besonders gefallen hat, waren die Leitfragen. Sie bekräftigen uns in der Annahme, dass auch auf selbstgesteuertes Lernen angelegte Formate eine gewisse Orientierung / Lenkung / Rahmung benötigen, um Aktivität “auszulösen”. Und mit (mindestens) zwei Fragen zur Auswahl hat auch fast jeder eine Meinung 😉

Noch lesenswert / sehenswert ist das Gespräch von Joachim Niemeier mit Yannis Angelis von Fresenius Kabi zur Zukunft von MOOCs als Zusatzvideo der Woche:

Fazit

Bosch hat einen spannenden Einblick in die Digital Learning-Aktivitäten in einem Großunternehmen gegeben. Zahlreiche Angebote und umfangreiche Erfahrungen mit ESN, inklusive des Einsatzes von Community Managern, zeichneten ein Bild eines überaus aktiven Unternehmens im Social Learning-Bereich. Dass es aber auch hier nicht von einem auf den anderen Tag geht, belegten nicht zuletzt die Erfahrungen von Katharina Perschke. Es bleibt spannend 🙂

In diesem Sinne, stay connected,

Eure Gravity Learner Andreas, Marcel und Thomas

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