Bericht vom D2M Summit in Hamburg

Wie bereits in den Jahren zuvor fand auch dieses Jahr der D2M Summit in Hamburg statt, welcher über die beiden Konferenztage in zwei Richtungen strukturiert wurde. Am ersten Tag ging es in den zahlreich geplanten Sessions um das Thema Erfolgsfaktoren von Content & Influencer Marketing und der Kundenkommunikation über Social Media. Wie bekommt man also sämtlichen Content den ein Unternehmen produziert kundenzentriert erstellt und über die zahlreichen Kanäle zielsicher an die gewünschte Zielgruppe. Wer ist überhaupt die Zielgruppe? Was erwartet bzw. benötigt die Zielgruppe? Am zweiten Tag des Summits dreht sich alles um das Thema Kundenservice im digitalen Zeitalter. Denn die sich dynamisch entwickelnde Stellung der Kundenkommunikation, die Entwicklungen von Service- und Community-Plattformen als Mehrwert für den Kundenservice. Aber auch die zahlreichen neuen Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz und der Automatisierung bei der Verbesserung der Prozesse und Servicequalität waren Gesprächsthema.

Heute starten wir unsere Interview-Reihe zum Thema digitaler Arbeitsplatz mit Marc Thomalla, Global Head of Marceting and Communications bei AVISTAoil.

Warum aber war ich vor Ort? Aus zwei Gründen. Zum einen stehen Unternehmen bei all ihren Fragen die externe Social Media Kommunikation betreffend vor den gleichen Herausforderungen wie bei der internen Kommunikation. Wie der Twitter-Stream der beiden Tage deutlich zeigte, gibt es zahlreiche Überschneidungen in der externen und internen Kommunikation. Extern stellen Unternehmen ihre Kunden immer häufiger zu Recht in den Fokus, intern sollten sie dies auch mit den Mitarbeitern machen. Doch dies ist, obwohl sich hier einiges in die richtige Richtung tut, immer noch zu selten der Fall. Beide Disziplinen (die interne und externe Kommunikation) müssen besser aufeinander abgestimmt werden um beide Zielgruppen (Kunden und Mitarbeiter) optimal zu unterstützen.

Genau das war der Hintergrund, warum ich mich mit einigen Teilnehmern zu einem kurzen Video-Interview vorab verabredet und dann in Hamburg getroffen habe. Grundlage für die Interviews waren die folgenden vier Fragen, welche mir die Teilnehmer im Video aus ihrer persönlichen Sicht beantwortet haben.

  • Wie arbeitest bzw. kommunizierst Du heute mit Deinen Kollegen?

Wie sieht der Arbeitsalltag heute aus? Über welche Kanäle kommunizierst Du welchen Inhalt? Gibt es hier Unterschiede? Ist man noch eher im Schreiben von E-Mails oder arbeitet man vielleicht ansatzweise bereits mit modernen Methoden wie einem Enterprise Social Network, einem Social Intranet oder einem Digital Workplace?

  • Was bedeutet der Begriff “digitaler Arbeitsplatz” für Dich?

Die Interpretation des Begriffs ist für jeden der sich mit diesem Thema beschäftigt bzw. danach gefragt wird sehr unterschiedlich. Spannend ist es jedoch immer wieder auf’s Neue, was Menschen unter einem digitalen Arbeitsplatz verstehen und was ihre Erwartungshaltung dazu sind.

  • Was sind Deiner Meinung nach die größten Herausforderungen im digitalen Berufsalltag?

In jedem Aspekt der Veränderung und gerade auch in der digitalen Transformation, um dieses Buzzword jetzt einmal zu verwenden, stehen sowohl Unternehmen als auch Menschen vor kleinen aber auch vor großen Herausforderungen. Doch welche sich das? Auch hier hat man sicherlich, ähnlich wie bei der Frage nach dem Begriff des digitalen Arbeitsplatzes, eine Unmenge an möglichen Antworten. Aber auch hier hat es mich besonders interessiert, welche dies sind und ob es eher technische oder kulturelle Herausforderungen sind.

  • Wie sollte Dein Arbeitsplatz der Zukunft aussehen bzw. wie sollte Dich der “Digital Workplace” in der täglichen Arbeit unterstützen?

Was sind Deine individuellen Bedürfnisse an Deinen Arbeitsplatz der Zukunft? Denn erstens können diese ja sehr verschieden sein und zum anderen bedeutet eine hohe Abdeckung der persönlichen Bedürfnisse im späteren digitalen Arbeitsplatz eine erfahrungsgemäß stärkere Akzeptanz. Denn nichts ist schlimmer als einen digitalen Arbeitsplatz einzuführen bzw. zu entwicklen ohne seine Mitarbeiter nach ihren wirklichen Bedürfnissen gefragt zu haben.

Doch genug der Vorrede. Was haben meine Interview-Partner geantwortet? Daher nun viel Spaß mit dem ersten Video und einem schriftlichen Interview. 

D2M SUMMIT 2017 – GIS im Interview mit Marc Thomalla

Ein weiteres Feedback in schriftlicher Form

Neben den vor Ort geführten Video-Interviews habe ich noch ein weiteres Feedback von Falk Hedemann bekommen, welches ich auch sehr gerne teilen möchte (Danke Falk!). Falk und ich kennen uns schon einige Jahre und ich tausche mich auf Events immer wieder gerne mit Falk zu digitalen Themen aus. Er ist zwar vorrangig im externen Social Media Bereich unterwegs, hat aber auch immer wieder Berührungspunkte zur internen Kommunikation und zur voranschreitenden Digitalisierung im Großen. Aber genug der Vorrede, hier nun Falks Antworten auf meine oben an ihn adressierten Fragen.

  • Wie arbeitest bzw. kommunizierst Du heute mit Deinen Kollegen?

Im Vergleich zu früher hat sich die Kommunikation diversifiziert. Zu den klassischen Kommunikationskanälen Telefon, E-Mail und Face-to-Face haben sich viele weitere Kanäle gesellt. Als Freelancer bin ich da sehr flexibel und nutze je nach Situation Slack, Skype, Adobe Connect, Google Docs, Evernote, Dropbox, Facebook Messenger oder auch Trello. Wichtig ist für mich Effizienz, Nachhaltigkeit und auf beiden Seiten eine möglichst geringe Störung. Telefonate führe ich z.B. zu 90 Prozent nur noch nach terminlicher Absprache – wer hätte das vor 10 Jahren für möglich gehalten?

  • Was bedeutet der Begriff “digitaler Arbeitsplatz” für Dich?

Da bin ich pragmatisch. Ich brauche im Grunde nur meinen Laptop, mein Tablet oder mein Smartphone. Diese Antworten schreibe ich beispielsweise gerade auf dem Laptop im Zug, auf dem Rückweg von der D2M17. Als ich im Februar auf einem Summit in den USA war, habe ich meinen Erfahrungsbericht dazu in 10.000 Metern Höhe auf meinem Tablet geschrieben. Wichtig ist mir nur, dass die Geräte sich über die Cloud synchronisieren, so dass ich bei einem Gerätewechsel nahtlos weiterarbeiten kann.

  • Was sind Deiner Meinung nach die größten Herausforderungen im digitalen Berufsalltag?

Das kann individuell sehr verschieden sein. Ich glaube aber, dass es vor allem die Geschwindigkeit der Weiterentwicklung ist, die den Menschen fordert. Geräte und Kommunikationstools haben heute nur noch eine sehr geringe Aktualitätsspanne und werden sehr schnell von der nächsten Generation abgelöst. Hier immer Schritt zu halten ist sicher nicht einfach. Aber noch wichtiger ist die Verschmelzung von Arbeit und Freizeit. Wer sich darauf nicht mit individuellen Strategien einstellt, läuft Gefahr, sich nachhaltig zu überfordern. Um das zu vermeiden, muss aber erstmal das Bewusstsein da sein und das sehe ich oft noch gar nicht. Die Folge wird sein, dass wir in den nächsten Jahren viele neue Berufsbilder sehen werden, die sich zunächst mit der Beseitigung der Stressfolgen beschäftigen werden. Später wird mit gestiegenen Fallzahlen das Bewusstsein auch in den Unternehmen steigen und es kommen präventive Aufgaben hinzu.

  • Wie sollte Dein Arbeitsplatz der Zukunft aussehen bzw. wie sollte Dich der “Digital Workplace” in der täglichen Arbeit unterstützen?

Mein Arbeitsplatz darf in Zukunft gerne etwas intelligenter werden. Z.B. wäre es klasse, wenn mein E-Mail-Client auf meine Art zu arbeiten reagiert, indem er mir nur die neuen E-Mails anzeigt, die ich für meinen aktuellen Task brauche. Alles andere, also Newsletter, Notifications & Co. kommen erst dann in meine Inbox, wenn ich eine produktive Pause mache. Ich glaube in unserem Gerätenutzungsverhalten liegen so viele spannende und nützliche Informationen, dass ich mir die Nutzung einfach wünschen muss. Dann aber bitte als Optionen mit Opt-in und maximaler Transparenz. Ansonsten würde ich mir natürlich wünschen, dass wir uns irgendwann mal keine Gedanken mehr über die beiden wichtigsten Fragestellungen machen müssen: Akkuleistung und Netzabdeckung. Wir werden nun mal immer mobiler und das braucht entsprechende Infrastruktur 😉

Mein Fazit des D2M Summits

Wie zu erwarten war, ist das Thema des digitalen Arbeitsplatz über den gesamten Tag an dem ich vor Ort war sehr präsent. In vielen Vorträgen des gesamten Tages hätte man das Wort “Kunde”  sehr häufig gegen das Wort “Mitarbeiter” austauschen können. Unternehmen entwicklen Strategien um den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen, Zielgruppen möglichst genau zu definieren und den Content anschließend Zielgruppen- und Kanalspezifisch erstellen und verteilen zu können. Wie gesagt. All das sind Aspekte welche auch bei fast jedem Projekt vorkommen, bei dem es um die Modernisierung der internen Kommunikation geht. All die Unternehmen die sich aktuell mit dem Thema Digitalisierung nach Außen beschäftigen, beschäftigen sich entweder aktuell auch mit dem Thema der internen Digitalisierung oder stehen kurz davor. Das dies der Fall ist, zeigen wie ich meine die aufgenommenen Videos sehr gut und auch der Ansatz beispielsweise von GIS Gravity scheint hier ein zukunftsweisender Weg zu sein. Denn die einhellige Meinung vieler Teilnehmer war es, alle Informationen in einem Dashboard zusammengeführt auffindbar zu haben würde sie am besten in der täglichen Arbeit unterstützen. Dabei sollte es keine entscheidende Rollen spielen aus welchem Backend die Informationen kommen und über welches Device in als Nutzer darauf zugreife. Es muss personalisiert, transparent, schnell und intuitiv sein. Außerdem spielt bei der externen Kommunikation mit bestehenden Kunden oder Interessenten beim Thema Content die Relevanz, im Zusammenspiel mit der Personalisierung, eine große und immer wichtiger werdenden Rolle. Auch das ist wieder ein Aspekt, welcher sich auf die interne Kommunikation und der steigenden Bedeutung von persönlich relevanten Inhalten für den Mitarbeiter spiegeln lässt. Auch hier ist es wichtiger als je zuvor die Mitarbeiter mit für ihn relevanten Inhalten zu versorgen. Man sieht also, es gibt viele Überschneidungen was die interne und die externe Kommunikation angeht. Also packen wir es an!

Und zum Schluss noch einige Tweets, welche den Bedarf und die Überschneidungen der externen und der internen Kommunikation in Richtung digitaler Arbeitsplatz verdeutlichen.

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