#InterneKomms17 | Bericht von der 13. Tagung Interne Kommunikation

Community Building: analog, digital, real – unter diesem Motto fand vom 29.-30.5.2017 in Berlin die 13. Tagung Interne Kommunikation statt, an der Carsten Schulz und ich teilgenommen haben (Link zum Programm).

Der erste Tag war geprägt von Best Cases aus zahlreichen Unternehmen und einer Keynote von Thomas Voigt (Otto Group) zum Thema “Kalkulierter Traditionsbruch und lustvoller Kontrollverlust: Interne Kommunikation im Kulturwandel” (weiter unten meine Notizen zur Keynote, den Best Cases und dem Wake-Up).

Ausklang fand der Montag bei einer 3-stündigen Fahrt auf der Donau im sommerabendlichen Berlin – ideale Networking-Bedingungen! Hier ein paar Impressionen von beiden Tagen…

Am zweiten Tag stand der aktive Austausch mit den Teilnehmenden im Vordergrund. Nach einem kurzen Wake-Up zu Beginn von Monika Struzek (Robert Bosch GmbH) zu “Community Management – vom Kommunikator zum ­Community Manager” berichtete Carsten von den Erfahrungen bei Symrise unter dem Titel “SymPortal – Ein Social ­I­ntranet als Austauschplattform im Unternehmen”. Und dies nicht nur einmal sondern insgesamt drei Mal beim sogenannten Tool-Karussell, in dem parallel insgesamt fünf Erfahrungsberichte vorgestellt wurden.

Chancen & Risiken | Runde 2
Chancen & Risiken | Runde 2

Den Anschluss bildeten die 90-minütige Round-Table-Sessions (wurden 2x durchgeführt), bei dem Carsten und ich einen Workshop mit dem Titel “Die digitale Transformation strategisch meistern” anboten. Hierin haben wir ausgehend von einer Definition, was eigentlich zum digitalen Arbeitsplatz (DA) bei den Teilnehmern bereits gehört und wo sie in Zukunft hin wollen, die Risiken und Chancen der einzelnen Facetten des DA gegenübergestellt.

Stakeholder | Runde 1
Stakeholder | Runde 1

Gefolgt wurde dies von einer Zusammenfassung aller beteiligten Stakeholder bei der digitalen Transformation.

Zum Schluss wurden eigenen gut gelaufene, aber auch weniger erfolgreiche Maßnahmen (von “most effective” zu “nice to have” und “dont’s”) zur Ansprache der jeweiligen Zielgruppen zusammengetragen.

Insgesamt war dies eine sehr spannende Tagung mit vielen interessanten Inputs und Gesprächen in einem perfekt organisierten Rahmen. Vielen Dank an die Orga!

Notizen zur Keynote, den Best Cases und dem Wake-Up

Gerne möchte ich an dieser Stelle meine Notizen aus den Inputs, angereichert mit dem ein oder anderen Tweet während der Tagung, bereitstellen.

Keynote | Kalkulierter Traditionsbruch und lustvoller Kontrollverlust: Interne Kommunikation im Kulturwandel

Thomas Voigt (Otto Group) formulierte gleich zu Beginn 7 Thesen für die interne Kommunikation:

  1. Interne Kommunikation ist eine Führungsaufgabe
    Führung definiert sich durch Kommunikation!
  2. Das differenzierte “Why” kommunizieren
    Wohin wollen wir als Unternehmen? Leitbild!
  3. Austauschprozesse in den Blick nehmen
    Der Dialog zwischen den Mitarbeitern muss ermöglicht werden.
  4. Persönliche Kommunikationsformate unterstützen
    bei Otto z.B. die Formate Unplugged oder Virtuelles Angrillen (im Januar)
  5. Kolleginnen und Kollegen mobil erreichen
  6. Relevanz geht vor Transparenz
    Stichwort “Rationale Ignoranz” > Bewertung von allen Informationen durch Mitarbeiter
  7. Lustvoller Kontrollverlust
    Aufbau und Pflege von Plattformen nimmt an Bedeutung zu

Viele dieser Thesen, insbesondere letztere, wurden während der beiden Tage von den Teilnehmern immer wieder aufgegriffen und weiterdiskutiert.

Best Case | „Zukunftsmacher“ – Grenzen überwinden durch ­Mitarbeiterpartizipation

Thorsten Blömer (Kiekert AG) berichtet von der Aktion der “Zukunftsmacher”, eine Art unternehmensweiter Ideenwettbewerb, zu dem sich von den 2.100 Mitarbeitern insgesamt 250 bewarben und letztlich 27 wieder von den Mitarbeitern gewählt wurden. Die Zukunftsmacher vernetzten sich über Videokonferenz und Standorttreffen und entwickelten bis heute insgesamt 120 Ideen, die ebenfalls wieder von den Mitarbeitern bewertet und gewählt wurden. Benefit für die Zukunftsmacher: Sprache, Auftritt und Persönlichkeit verbessert sich.

Learnings für Interne Kommunikation: Communitys tragen sich mit der Zeit selbst, aber auch solche Projekte können einschlafen. Was dagegen hilft: regelmäßige Videokonferenzen, Yammer-Seite, Kickert-TV und Informations-Stände.

Best Case | echt: integriert – Mobile Mitarbeiter einbinden

Holger Gläser (DB Fernverkehr AG) erzählte von der “echt:”-Kampagne, ein ganzheitliches Maßnahmenpaket der internen Kommunikation bei der Bahn, die drei Kommunikationskanäle miteinander verbindet:

  1. echt:zeit Newsseite (ähnlich eines Magazins) mit ausführlicher Kommunikation.
  2. echt:fix Push-Nachrichten auf die Endgeräte der Mitarbeiter, da diese eher “gepusht” werden wollen, als sich selber Infos zu suchen.
  3. echt:nah Veranstaltung für Mitarbeiter vor Ort, auf der Vorstandsmitglieder kennengelernt werden können. Diesen Dialog nutzen bereits 550 Mitarbeiter.

Learnings für Interne Kommunikation: Relevanz muss in den Vordergrund gestellt werden: “Kommunikation/Dialog muss gelernt werden”. Am besten unterstützt von mehr Bilder und insbesndere Videos (=”Nutzungsmagnet”). Dabei hilft es sich auch auf kurze und verknappte Nachrichten zu beschränken. Und zum Schluss: Klarnamen schützen ganz klar vor Community-Missbrauch (z.B. unpassende Kommentare)!

Best Case: Hierarchiegrenzen überwinden – durch den direkten Draht zum CEO

Michaela Schwinge (Deutsche Telekom AG) stellte “Tim’s Base” vor, eine Gruppe im Unternehmens-Intranet “You and me (YAM)”, in der der CEO mit den Mitarbeitern kommuniziert. Unterstützt von einem Redaktionsteam stellte sich dieser Kommunikationskanal als wahrer Magnet für die Mitarbeiter heraus, so dass von 200.000 Mitarbeitern seit 2012 inzwischen 120.000 auf der Plattform regisitriert sind. Zusätzlich werden interaktive Formate wie Live-Blogs und Digtal Townhalls durchgeführt und Foto-Shows, Folien von Reden und Lesetipps auf der Plattform eingestellt.

Best Case: Ins Henkel Netz(werk) gegangen: Von der Push- zur ­ Pull- Kommunikation

Birgit Ziesche (Henkel AG & Co. KGaA) gewährte Einblick in das Portfolio der dortigen internen Kommunikation. Dazu zählen neben Online-News, Yammer, einem eMagazine und Print-Magazin auch Wallpaper und Screensaver, um Botschaften zu tranportieren. Neue Formate sind die “Henkel 2020 Talks” (mit 10-minütigen Beiträgen), Fish-Bowl-Panel, YamJam (moderierter 1-stündiger Austausch in Business-Units), VoxPop (Umfragen mit Kamera: z.B. “Was ist das für dich?”) sowie Quizzes.

Eine sehr erfolgreiche Aktion, um Nutzer auf die Plattform zu bringen, war: Aufruf an Mitarbeiter Bild zum “HenkelDay” auf der Intranetseite einzustellen mit dem Hinweis, dass jedes Bild mit einem 1 Euro Spende für einen guten Zweck verknüpft wird.

Die Zusammenarbeit im Redaktionsteam findet übrigens über News- und Editorial-Konferenzen statt und zum Austausch wird Sharepoint verwendet.

Best Case: Interne Kommunikation für Alle – wie man bei Ricola die Kommunikation mitgestalten kann

Nathalie Märki (Ricola) schilderte die Erfahrungen der erst kürzlich eingeführten Mitarbeiter-App “Beekeeper”, eines Spin-Offs der ETH Zürich. Ziel hierbei war nicht nur die top down-Kommunikation zu vereinfachen, sondern auch die P2P- und bottom up-Kommunikation zu ermöglichen. Hierfür scheint die neben dem Intranet angeboten App gut geeignet.

Best Case: Digitales Unternehmen – digitale Kommunikation?

Boris Radke (Zalando SE) baute über sieben Jahre die interne Kommunikation bei dem schnell wachsenden Onlineshop auf. Er beschreibt die interne Kommunikation als “wichtigsten Kanal” überhaupt in der Zukunft, da in Zeiten von gekauften Klicks und unglaubwürdigen Werbekampagnen, die Mitarbeiter eines Unternehmens zu den wichtigsten und authentischsten Botschaftern avancieren.

Wake-up: Community Management – vom Kommunikator zum ­Community ManagerMonika StruzekRobert Bosch GmbH

Monika Struzek (Robert Bosch GmbH) bot zu Beginn des zweiten Tages einen Einblick in die Aufgaben der inzwischen bei Bosch zum Einsatz gebrachten Community Manager, die über ein 3-stufiges System über einen Zeitraum von 11 Wochen ausgebildet werden. Für die 390.000 Mitarbeiter kommt IBM Connections mit Namen “BoschConnect” zum Einsatz.

Ihre Learnings für Interne Kommunikation fasste sie in vier Botschaften zusammen:

  1. Suchen Sie nach den Menschen, die etwas zu erzählen haben, und nicht nach denen, die etwas zu sagen haben.
  2. Bleiben Sie nicht immer so sachlich!
    (z.B. eine Selfie-Aktion mit IT-George > menschliche Aktionen)
  3. Bringen Sie die Menschen zusammen, die miteinander profitieren können.
  4. Nehmen Sie den Menschen die Angst vor Transparenz.

One thought on “#InterneKomms17 | Bericht von der 13. Tagung Interne Kommunikation

  1. Danke für die tolle Zusammenfassung ! Sehr interessante Best Cases!

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