New way to produce – Videoproduktion als Teil von Social Learning einfach erklärt

Vor 1,5 Jahren hat Lilly Steinke im GIS Practice Blog über das Format der Erklärvideos berichtet. Dabei ist sie nicht nur auf die Eigenschaften dieser Form der Video-Tutorials eingegangen, sondern hat auch grundsätzliche Regeln bei der Erstellung dargestellt, wie u.a. die maximale Länge von 3-4 Minuten und die Wichtigkeit einer lebendigen Stimme.

In diesem Blogbeitrag möchte ich nun einen kleinen Einblick in den Produktionsprozess solcher Erklärvideos aus unserer Sicht geben. Bis Mitte 2016 wurden diese vorrangig über Powerpoint-Animationen in Kombination mit der Software Camtasia produziert. Die Produktion von Screencasts (= reine Bildschirmaufzeichnungen mit Vertonung) wird auch weiterhin über diese Methode erfolgen. Seit meinem Einstieg im September 2016 hatte ich die Aufgabe, anhand veränderter Kundenanforderungen den Videos mehr Dynamik und Varianz in den Darstellungsformen zu verleihen. Dies haben wir zum Anlass genommen, ganz neue und zugleich optimierte Wege bei der Videoproduktion zu beschreiten.

workflow-videoproduktion

Für die Postproduktion von Filmen gehört neben Apple Motion die Software After Effects von Adobe zu den wohl bekanntesten Tools zum Erstellen von visuellen Effekten und Animationen (2D & 3D), weshalb auch meine Entscheidung hierauf fiel. Letztlich war ein weiterer wichtiger Grund, dass die Projektdateien auch plattformübergreifend (im Team werden sowohl Macs als auch PCs eingesetzt) nutzbar sind. Die Integration in den Erstellungsprozess von Erklärvideos sowie Einführungs- und Motivationsvideos kann aus unserer Sicht wie folgt zusammengefasst werden:

  1. Storyboardphase
    Die Animation in After Effects ist frame-basiert, was bedeutet, dass quasi jede filmische Sekunde (!) in der Regel über 24 oder 25 Frames abgebildet werden muss, damit für das Auge ruckelfreie visuelle Bewegungen erzeugt werden. Dies kann sich je nach Komplexität des darzustellenden Inhalts als aufwendig entpuppen. Allein die Darstellung eines Maus-Klick-Events in Mockup-Videos* bedeutet zahlreiche Animationsschritte (u.a. Bewegung, Klick mit Sound und visuelles Feedback). Aus diesem Grund stellt es eine zentrale Anforderung dar, vor der Produktion ein detailliertes Storyboard zu erstellen und dieses mit dem Kunden abzustimmen. Zum Storyboarden hat sich Powerpoint als geeignetes Werkzeug herausgestellt. Die Visualisierung (u.a. durch grobe Zeichnungen per Tablet, Screenshots und Figuren) wird auf den Folien selbst platziert. Der Sprechertext hingegen in den Notizen.
  2. Audioaufnahme
    Nach Abnahme des Storyboards (1. Korrekturschleife) wird der Sprechertext aufgenommen. Er gilt von nun an als zeitlicher Rahmen für die einzelnen Szenen. Und wird daher anschließend in After Effects jeweils als einzelne Komposition importiert
  3. Fehlende Grafiken erstellen
    Ein Fundus an Assets und Icons sowie Character Kits für die unterschiedlichsten Themen und Looks bildet die Grundlage zur Erstellung unserer Erklärvideos, die ihren Fokus klar auf die Darstellung von Anwendungsfällen und Einsatzszenarien im Arbeitsalltag haben. Falls ein anderes Aussehen dieser gewünscht ist und bestimmte Elemente noch nicht verfügbar sind, werden sie in diesem Schritt über Adobe Draw auf einem Tablet erstellt und anschließend in Photoshop aufbereitet oder alternative Charakter Kits genutzt.
  4. Mockups generieren und ggf. Aufzeichnung der Ich-Perspektive
    *Mockups sind stilisierte Nachbildungen der Software-Oberfläche und bieten die Möglichkeit, unabhängig von Design- oder Versionsänderungen vereinfacht darzustellen, wie eine Softwarelösung funktioniert und welche Schritte zur Bewältigung einer bestimmten Aufgabe notwendig sind. Wir nutzen hierfür Balsamiq Mockups. Die fertigen Elemente werden in After Effects importiert.
    Falls sich der Kunde dafür entschieden hat, nicht nur animierte Figuren mit Erzähler aus dem Off zu nutzen, sondern die Figuren selbst aus der Ich-Perspektive “sprechen” zu lassen, findet in diesem Schritt zusätzlich die Aufnahme der Figuren mit dem Adobe Character Animator statt. Auch diese werden anschließend wiederum in After Effects importiert.
  5. Produktion des Videos
    Nachdem alle nötigen Bestandteile des Videos vorliegen, beginnt die eigentliche Produktion anhand des Storyboards in After Effects vom Roh- und Feinschnitt über das Animieren bis zum Einfügen der Effekte. Das fertige Produkt wird dem Kunden im Rahmen einer 2. Korrekturschleife zur Verfügung gestellt, dem dann letzte kleinere Anpassungen folgen.

In diesen fünf Schritten gestaltet sich der neue Videoproduktionsprozess bei uns. Und was dabei als Ergebnis rauskommen kann, wird im folgenden Showreel dargestellt:

Falls Sie Anregungen oder Fragen zur GIS Videoproduktion haben, kontaktieren Sie uns gerne!

Weitere Informationen zur Videoproduktion und dem Social Learning erhalten Sie auf unserer Website unter:
https://www.gis-ag.com/consulting-services/beratungsleistungen/social-learning-beratung/

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