Nachlese zum “Der Arbeitsplatz der Zukunft”-Tag

Elb_Lounge_HamburgAm 24.09.2015 fand in der Elb Lounge in Hamburg ein Event der GIS AG zum Thema “Der Arbeitsplatz der Zukunft” statt. Bereits zum dritten Mal wurde das inzwischen jährlich etablierte Event durchgeführt.In den letzten Jahren wurden auch andere Bereiche, wie Raumkonzepte und Arbeitsmethodik diskutiert. In diesem Jahr lag der Fokus auf dem “Digitalen Arbeitsplatz”. Am Teilnehmerkreis wurde deutlich, dass dieses Thema nicht mehr allein der Unternehmens-IT überlassen wird, sondern stärker durch die Unternehmenskommunikation und das Marketing beeinflusst wird. Gerade die Verschmelzung der Themen Intranet/Extranet, Collaboration, Unified Communication und Mobile bilden das Leitbild auf dem Weg zum “Digital Workplace”.

Armund Sullot von Microsoft erläuterte die Veränderung des Anbieters in die Azure Cloud und die Öffnung gegenüber Produkten von anderen Anbietern. Dabei steht die Weiterentwicklung auf spezielle Kundenbedürfnisse im Vordergrund. Der Kunde soll in der Lage sein, einfach die nötigen Standardanwendungen zu integrieren und an die eigenen Bedürfnisse genauer anzupassen. Dadurch wird ein Azure Cloud Marketplace geschaffen, der neben Servern und Applikationen auch Services bereithält. Ähnliche Angebote sehen wir auch von anderen Herstellern (z.B. IBM mit Bluemix). Die IT bewegt sich vom reinen Betrieb zum „Business Enabler“. Der digitale Arbeitsplatz wird aus Sicht von Microsoft durch völlig neue Innovationen wie z.B. HoloLens noch wesentlich verändert. Hier bleibt es spannend zu sehen wie die Innovationen in den Arbeitsalltag Einzug halten. Was wird Realität und was bleibt Science Fiction?

IMG_0853Metie Morina von Biotronik berichtete über die Erfahrungen von der Einführung eines Social Intranet im Unternehmen als strategisches Instrument. Hierbei war ein wichtiger Erfolgsfaktor, auch frühzeitig auf die Benutzerfreundlichkeit und Bedienbarkeit eine hohe Priorität zu legen und nur wirklich benötigte Funktionalität umzusetzen. Dabei ist es wichtig, auf die realen Anforderungen der Anwender einzugehen, um eine hohe Akzeptanz zu erreichen.

Um die Begleitung des Kulturwandels im Unternehmen ging es dann bei der BWI Systeme, einem IT-Dienstleister der Bundeswehr. In einer geheimhaltungsverpflichtenden Organisation, wie der Bundeswehr, moderne und (so weit wie möglich) transparente Kommunikation zu etablieren, kann nur durch eine gut geführte Begleitung gelingen. Daher wurde eine Social Learning Agenda mit Roadmap sowie begleitenden Maßnahmen entwickelt und umgesetzt, die auf die speziellen Bedürfnisse der Zielgruppe eingestellt ist. Um den Erfolg der Einführung und die weitere Nutzung zu messen, wurden Kennzahlen definiert, die jetzt weiter implementiert werden sollen.

Großes Interesse war zu spüren, als es darum ging, wie man sich dem Thema Intranet allgemein heute nähern sollte. An den Erfahrungsberichten der Firmen Jumo und Robinson wurde die Wichtigkeit einer strukturierten Vorgehensweise deutlich. Trotz unterschiedlicher Herausforderungen hatte sich bewährt, unabhängig von den eingesetzten Produkten zunächst durch Klick-Dummys den Arbeitsplatz zu visualisiseren und danach in weiteren Schritten zu entwickeln. Es wurde an den beiden Firmen-Intranets deutlich, dass für die verschiedenen Anwender auch verschiedene digitale Arbeitsplätze vorzusehen sind. So hat zum Beispiel im Falle Robinson jemand von der Hauptzentrale völlig andere Anforderungen als ein Teamer / Manager in einem der lokalen Clubs.

Die digitale Transformation ist nicht nur im Bereich des Intranet zu finden, sondern es ist die gesamte Wertschöpfungskette betroffen. Im Zentrum steht die Identifikation von Auswirkungen der Digitalisierung auf bestehende Geschäftsmodelle, die Umsätze, Erlösströme und Differenzierungsmerkmale eines Unternehmens im Markt. Es geht oft nicht nur um einzelne Funktionsbereiche. Die Herausforderung ist hier, eine klare Vision des Unternehmens zu erlangen, die dann mit Investitionen ausgebaut wird. Hierbei entstehen dann auch neue Rollen wie der Chief Digital Officer, der dann für diese Transformation verantwortlich ist.

Zum Abschluss wurde ein weiterer Ansatz der Firma Starmind International AG vorgestellt, der auf selbstlernenden Algorithmen basiert. Jede Frage eines Mitarbeiters wird automatisch an die richtige Person innerhalb des Unternehmens weitergeleitet, wobei der intelligente Algorithmus den richtigen Experten für ein bestimmtes Thema auswählt.

Allgemein kann man festhalten, dass der digitale Arbeitsplatz heute stark über das Social Intranet im Unternehmen verankert ist. Das klassische Intranet, welches seinen Ruf als zu statisch und unflexibel hat, wird in neuer integrativer Form zu einem „Digital Workplace“ umgebaut. Dabei werden heute auch die Themen Mobile und Cloud in einer erweiterten Strategie betrachtet. Inwieweit komplexe Anforderungen auf mobilen Geräten durch Responsive Design-Ansätze über ein Intranet abgedeckt werden können oder doch auf Basis von speziellen Apps realisiert werden müssen, wird sich in naher Zukunft zeigen. Spannend bleibt das Thema auf jeden Fall.

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